Simultaneous/Concurrent Engineering
Mit der Verbreitung von Systemen zur rechnerunterstützten Produktentwicklung ist in den 90er Jahren unter den Begriffen Simultaneous Engineering (SE) bzw. Concurrent Engineering (CE) eine neue Integrationskonzeption bekannt geworden, die den Einsatz solcher Systeme ganzheitlich betrachtet.

- Bild 1: Simultaneous/Concurrent Engineering (SE/CE) in der Produktentwicklung
Simultaneous Engineering bedeutet ein überlappendes Arbeiten der einzelnen an der Produkterstellung beteiligten Bereiche, wodurch die Gesamtdurchlaufzeit drastisch verkürzt wird. Prinzipiell ist das nichts Neues. Kleine Unternehmen, die sich im Allgemeinen durch Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit auszeichnen, arbeiten nach diesem Prinzip. Mittlere und große Unternehmen operieren jedoch mehr arbeitsteilig und sequentiell. Mit Einschränkungen funktioniert Simultaneous Engineering in kleinen Unternehmen auch ohne Rechnerunterstützung, weil die Informationsverarbeitung bei weitem nicht so komplex ist. In mittleren und großen Unternehmen hingegen besteht die Gefahr, dass die für eine geordnete Produktentwicklung erforderliche Transparenz verloren geht. Mit der heute verfügbaren Informationstechnik lässt sich jedoch auch eine sehr komplexe Informationsverarbeitung transparent gestalten.
Allerdings ist eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen, wenn Simultaneous Engineering in mittleren und großen Unternehmen funktionieren soll.
Diese Voraussetzungen sind:
• ein konsequentes Produktdatenmanagement (PDM, resp. EDM = Engineering Data Management),
• ein systematisches Vorgehen bei der Produktentwicklung,
• eine angepasste Aufbauorganisation und
• eine geänderte Einstellung der involvierten Arbeitspersonen, die bereichsübergreifend denken und handeln müssen.
Die durchgängige Rechnerunterstützung von Produktentwicklungsprozessen ist ohne Produktdatenmanagement nicht möglich. Daher haben sich PDM-Systeme in den letzten Jahren durchgesetzt. Parallel dazu waren noch zwei weitere Entwicklungen zu verzeichnen, die einen starken Einfluss auf das Produktdatenmanagement ausgeübt haben: Produktdatenaustausch und Produkthaftung.
Literatur
| [GHK+06] | GAUSEMEIER, J.; HAHN, A.; KESPOHL, H. D.; SEIFERT, L.: Vernetzte Produktentwicklung - Der erfolgreiche Weg zum Global Engineering Networking. Carl Hanser Verlag, München, 2006 |
| [Wil93] | WILDEMANN, H.: Optimierung von Entwicklungszeiten; Just-In-Time in Forschung & Entwicklung und Konstruktion. Transfer-Centrum-Verlag, München, 1993 |
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